Ayya Khema | Um was geht’s denn eigentlich

Textauszug einer deutschen, buddhistischen Nonne. 
Ihre Worte liegen mir sehr am Herzen, und können
ohne Interpretation ganz für sich stehen.

 

Ayya Khema „Um was geht’s denn eigentlich“

 

In der Geschäftigkeit des täglichen Lebens wird oft vergessen, dass es höhere Werte gibt als die alltäglichen, denen wir nachjagen. Vor allen Dingen passiert dies, wenn die Jagd so aufreibend ist, dass überhaupt keine Ruhepausen eintreten. Dann vergisst der Mensch vollkommen, um was es eigentlich geht.

Es geht bestimmt nicht darum, mehr zu haben, oder mehr zu wissen. Mehr als wer? Der Nachbar? Oder jemand am anderen Ende der Welt? Oder derjenige, der bei uns im Haus wohnt? Mehr als gestern? Die ganze Jagd, die sich im weltlichen Leben abspielt und sich in der Schnelligkeit und Geschwindigkeit spiegelt, in der jeder vorwärtskommen will, ist ein Trugbild. Wo ist vorwärts? Die Welt ist rund. Unsere ganze Lebensdauer ist von Geburt bis Tod. Wenn wir älter werden, werden wir körperlich schwächer. Wo ist da vorwärts? Es geht höchstens rückwärts.

Die meisten Menschen vergessen vollkommen, was wirklich wichtig ist. Selbst wenn wir es hören, ist es uns immer noch nicht klar, was im Mittelpunkt des Geschehens steht. Um was geht es denn eigentlich? Geht es darum keine Schmerzen zu haben? Oder geht es darum, besser meditieren zu können als unser Nachbar? […]

Es geht immer wieder um dasselbe, aber wir müssen uns hineinknien, in diesem Fall sogar wörtlich genommen. Wenn wir oberflächlich zuhören, passiert überhaupt nichts. Im Gegenteil! Erst einmal müssen sich Herz und Geist einig sein, dass die Jagd in der Welt auf keinen Fall bleibende Resultate bringen kann. Im Herzen ist es aber möglich, einen Weg zu finden, der alle Fragen beantwortet und der uns dann am Ende zeigt, wieso wir überhaupt auf der Welt sind.

Wen das nicht interessiert, der braucht nicht zu meditieren. Da können wir unsere Zeit anders verwenden. Wir können etwas lernen, womit wir Geld verdienen oder auf unsere Freunde Eindruck machen können. […]

Es ist ein Jammer, die Fähigkeiten, die wir haben, so zu verschwenden. Wir haben die Möglichkeit, das größte Glück und die größte Reinheit zu erleben. […] Wir fangen vor allen Dingen damit an, nicht mehr „Gib mir etwas“ zu denken, sondern „Ich will geben“. Erst wenn es dazu kommt, dass ich geben will und nicht erwarte, dass man mir gibt, dann fängt das Leben an, tieferen Sinn zu haben.

Wir glauben, wir kämen mit einem Gutschein auf die Welt, wie man ihn im Warenhaus erstehen kann, und mit dem wir uns alles abholen können, was wir haben wollen. Alles müssen wir uns erarbeiten, jedes bisschen. Und wie erarbeiten wir uns den inneren Frieden? Indem wir immer wieder von den Sinnen loslassen.

Was die Sinne uns bieten, ist nichts weiter wie ein Trug, eine Gaukelei, die leider jeder glaubt. Wenn wir eines Tages die Notwendigkeit erkennen, uns davon zu befreien, dann müssen wir uns immer wieder klar machen, dass es nicht darum geht, Angenehmes zu sehen, hören, riechen, schmecken, berühren und zu denken.

Es geht darum, das tiefere Sein zu erfassen, das in Allen von uns das gleiche ist.

[…]

Den vollständigen Text kannst du hier lesen. 

Wenn du Fragen an mich hast, melde dich gerne und schreib‘ mir eine Nachricht. 

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